26.8.2017 - 30.09.2019


26-08-2017

Norderstr. 71ug
20097 Hamburg

Instrumentenbau Pinazola // Werkstatt für Musik und Akustik.

Die Räume von Len Pappes Klang-Installation erzählen die Geschichte einer Werkstatt für den Bau und die Erfindung von Instrumenten. Aus wertvollen Resten des Malsaals, der Plastik und der Tischlerei des Schauspielhauses bereitete die Crew des Pinazola diese akustische Szenografie vor. Das Konzept aus Resten setzt sich fort, indem ausschließlich Klaviersaiten des Klavierreparaturservice Knaur wiederverwendet werden. Am Ende der Geschichte wartet das betretbare Klavier in abenteuerlicher Gestalt. Neben dem Eingangsfoyer, das als Lager und zur Planung von Instrumenten dient, gibt es im langen Flur die sogenannte Schallschleuse, welche das Gehör aufwecken und sensibilisieren soll – dahinter befindet sich das entscheidende Klanglabor, in welchem die neuen Spielmöglichkeiten und akustischen Phänomene erforscht werden können. Dieses Labor ist das betretbare Instrument. Das Labor des Pinazola ist jetzt nutzbar für Klangforschende, welche eigene Experimente in dieser Installation integrieren – und darüber hinaus fungiert es als Kulisse für Konzerte von Gastmusiker*innen.


Vorherige Veranstaltungen:

Eröffnung

26.8.17
18 h
bis 0 h

27.8.17
15 h bis 12 h

“unlimited liability” empfängt Instrumentenbau Pinazola // Werkstatt für Musik und Akustik. Len Pappes Installation und Nutzung der Räume befindet sich in kontinuierlicher Transformance. Diese beinhaltet enharmonische Verwechslungen und den Bau von Instrumenten. Die Crew des Pinazola hat die akustische Szenografie vorbereitet und heißt Sie nun willkommen, eine Geschichte herauszufinden, die durch Klang und durch den Raum selbst erzählt werden wird.  
Im fünften Raum wird eine Auswahl von ca. dreißig Multiples zum Verkauf angeboten. Sie können nach den Regeln des “unlimited liability” Vertrags erworben werden.

Anmerkung: erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Preview bei klinding (Radio FSK, Hamburg) am 18.08.2017: Sendungsmitschnitt




Andy Hayleck im Labor des Instrumentenbau Pinazola // Werkstatt für Musik und Akustik

14.10.17
ab 19 h

Audio Dokumentation


Outside the window bees buzzed (2017)
'Im Grunde, fand ich mich immer wieder von dem großen Fenster angezogen, in dem Gebäude, wo Pinazola installiert ist; die Sicht auf die Zerstörung draußen, während sich innen ein Bienenkorb aus Kreativität befindet. Ich entschied mich, eine lange Klaviersaite bis zum Innenhof hinaus zu spannen, zur umgerührten Erde draußen. Jedes Ende der Saiten ist an einem Verstärker befestigt. Der Strom generiert ein schwankendes magnetisches Feld, das mit einem extern befestigten Magneten interagiert, um den Draht in Schwingung zu bringen. Der Draht schwingt ohne menschliche Berührung, so dass die Oberschwingungen innerhalb unser Hörweite ansteigen. Gesteuert vom Eingangssignal, sind sie steuerbar nach Wunsch.'

Zusätzlich werden die Gäste weiterhin die Möglichkeit haben, die ca. 15 gespannten Saiten im hinteren Raum des Klanglaboratoriums des Instrumentenbau Pinazola zu spielen. Outside the window bees buzzed ist ein Experiment, das das Klanglabor im Sinne des Pinazola benutzt: ein Versuchsaufbau, welcher mit den dort spezifischen Klängen und mit dem räumlichen Kontext interagiert und das Werkstatt-Labor in seinen Spiel- und Klangweisen erweitert.

Mit freundlicher Unterstützung des Verbandes aktueller Musik Hamburg


Lea Fabrikant und Asgar Wilken


10.08.18
20 h


Audio Dokumentation

Lea Fabrikant riss sich mit den von Michel Chevalier geliehenen Klaviersaiten den Fuß auf, und zwar gerade in dem Moment als sie sich aus der kalten Dusche kommend in Sicherheit wähnte. Die beinahe unerträgliche Hitze im Dachgeschoss der Berliner Altbauwohnung, deren Art noch um 1920 herum von Walter Benjamin als “Mietskaserne” diskreditiert wurde und die sich mittlerweile zum Traum interessierter meist eher junger internationaler Menschen mauserte, vibrierte. Ansgar Wilken hatte sich nach Erlaubnis von Lea Fabrikant fast vollkommen entblösst, nur die Hose war noch an. Kleinstpercussionteile lagen auf dem Boden verstreut, es war immer noch nur die Probe gewesen und doch blutete und rumorte es und das Rehearsal hatte Züge angenommen, die den + 30 Grad dort draussen in der Intensität kaum etwas nachstanden. Plötzlich gab es einen Schuss. Lea Fabrikant und Ansgar Wilken hielten inne. Ansgar Wilken nahm einen Schluck aus seinem “Gösser”, Lea Fabrikant suchte etwas unter dem Tisch, ein Mobiltelefon surrte, Übersprunghandlungen gewannen für einen kurzen Moment die Oberhand. Jedoch war niemand verletzt, der blutende Fuß wurde mit Gaffatape versorgt, alles war in bester Ordnung.

 

David Wallraf

09.09.18
20 h

Audio Documentation


David Wallraf lebt in Hamburg. Er schreibt an einer Promotion zu Noise und einer Akustik des Politischen. In seinen  Audioarbeiten und Performances beschäftigt er sich mit Differenzen und Prozessen: Es werden die Zwischenräume von Musik und Noise, Improvisation und Struktur mit dem Ziel erkundet, Leerstellen zwischen den üblichen Genrekategorien zu entdecken. Das Konzert im 'unlimited liability' stellt sich die Herausforderung, eine Interaktion zwischen verschiedenen Systemen und Maschinen herzustellen: Die vorgefundene Klanginstallation, Modularsynthesizer, Perfomer und Publikum treten in chaotische Wechselbeziehungen, die aus Rückkopplungsschleifen zwischen elektronischen, mechanischen und akustischen Vibrationen bestehen.